Die neue soziale Komponente?

Vor mittlerweile 15 Jahren, zunächst als reines Nebenprodukt des Mobilfunks, entstanden und anfänglich kostenlos angeboten, wurde er entwickelt: der Short Message Service. Wohl besser bekannt ist dieser Begriff im alltäglichen Gebrauch als SMS, der heutzutage eher die kurzen Textnachrichten, die durch diesen Service versendet werden können, bezeichnet, nicht aber den Service an sich. Aus diesem Grund führt der Duden SMS nicht als maskulines Wort, wie es in Bezug auf der Service der Fall sein müsste, sondern als feminines Wort, sicherlich als Anlehnung an die Nachricht.

Seither erfreut sich die SMS zunehmend höheren Ansehens. Als beliebte Tätigkeit gilt der SMS-Chat, wörtlich übersetzt „Kurzmitteilungs-Plaudern“. Das Chatten mittels der in einer SMS gegebenen 160 Zeichen findet schon seit längerer Zeit Vergnügen bei jungen Besitzern eines Mobiltelefons. In einer eigenen Sprache von Abkürzungen wie „HDL“ (Hab dich Lieb) oder „thx“ (thanks) chatten sie in ihrer eigenen Sprache. Doch auch ältere Nutzer gebrauchen mehr und mehr auch den SMS-Chat.

Gründe für den hohen Anklang sind zum einen die geringen Kosten, eine SMS kostet in Deutschland zwischen 5 und 19 Eurocent, zum anderen aber auch die neue kommunikative Plattform, die sich hierbei herausgebildet hat.

So deckt der SMS Chat verschiedene kommunikative Ebenen ab: Durch ein kurzes Grußwort übernimmt die SMS die Aufgabe einer Postkarte, durch einen Terminvorschlag das, was üblicherweise durch einen kurzen Anruf erledigt werden kann, oder mit Hilfe von den oben beschriebenen Abkürzungen kann sie ausdrücken, was früher einem Liebesbrief verpackt worden wäre. Daher kann die SMS als neue soziale Komponente der heutigen Technologie-Gesellschaft bezeichnet werden.