Archiv für März 2010

Auswirkungen des Wirtschaftseinbruchs der Jahre 2008 bis 2010

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in Folge des Platzens der Immobilienblase im Herbst 2008 mit den bekannten Folgen wie etwa Rezession, Bankenkrisen oder -verstaatlichungen und Rücknahme der öffentlichen Budgets zeigt auch Wirkungen in den Bereichen, die von einem subjektiven Gefühl des Wohlstands profitieren.

Kommunen sind auf Grund leerer Kassen und steigender Ausgaben vermehrt durch die ökonomischen Fakten dazu gezwungen, auf die Finanzierung von sozialen Einrichtungen vermehrt zu achten. Ganz banal führt das etwa dazu, dass die Verminderung von Betriebskosten für öffentliche Hallenbäder über eine Abkühlung des Beckenwassers um ein Grad Celsius versucht wird. Der Winter 2009/2010 war geprägt von großen Temperaturschwankungen, deren Ergebnisse im Frühling ausapern: Belagsschäden an Straßen und Plätzen. rund 40 Euro kosten die Reparatur eines Quadratmeters zur Beseitigung der unfallträchtigen Schlaglöcher – vermeidbare Kosten im Vergleich zu der einfachen Lösung: einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in den betroffenen Zonen.

Aus privater Hand speist sich die Mehrzahl aller karitativen und mildtätigen Vereinen und Institutionen. Spenden und materielle Beiträge bilden den einen Teil der Wirtschaftsleistung, auf die diese Organisationen bauen, freiwillige Arbeitsleistung der andere. Das Cliché von Armen, der den noch viel Ärmeren gerne gibt, ist in der rauen Wirklichkeit nicht mehrheitsfähig. Eher wird aus den Überfluss gespendet als aus dem Mangel, und so spüren Spenden-Sammler das Ausbleiben der nötigen Zuwendungen unmittelbar. Angefangene Projekte, die über Jahre wachsen sollten wie etwa die Errichtung von Waisenhäusern geraten in ein finanzielles Nadelöhr.

Prognosen von Wirtschaftsexperten zeichnen für 2010 und 2011 ein wechselhaftes Bild. Private Einkommen werden später in eine Aufschwungphase geraten als Industrie und Finanzwirtschaft, sofern nicht davon auszugehen ist, dass Teile der Wirtschaft für immer verloren sind.

Lichtertanz, weil Rosenkranz

Barbara Rosenkranz, von Heinz „Conrads“ Strache zur „mutigen Mutter“ umgewidmete Landesrätin, will Bundespräsidentin werden. Frau Rosenkranz hat eine erwartbare Neigung zu selektiver Geschichtswahrnehmung und spricht diese auch im Fernsehgespräch recht umwunden aus, bügelt das aber ein paar Tage ganz in der Art des verunfallten Schutzheiligen der blau/orangen Bewegung in einer nonchalanten „Wenn Sie so wollen“-Erklärung aus:

Der etwas ehrwürdigeren Politik ist die Geschichte, von Nahem betrachtet, im Allgemeinen peinlich und in Ausnahmefällen keine Haltung wert. Als Beitrag zum Ambiente tragen Leute Kerzen durch den Abend.

Schön war’s. Wie letztes Mal auch. Dass sich was Fundamentales dadurch ändert, glaubt keiner mehr so recht.